k.k. Infanterieregiment Nr. 3 Erzherzog Carl



 

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Blanchards Luftreise von Wien nach Groß Enzersdorf 1791



 
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regiments-tambour
Corporal



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BeitragVerfasst am: 19.02.2007, 10:26    Titel: Blanchards Luftreise von Wien nach Groß Enzersdorf 1791 Antworten mit Zitat

Wie es der glückliche zufall so will, hab ich in meiner Bibliothek eine Geschichte zu dieser originellen Ansichtskarte bzw zu den ersten Aeronautik -Experimenten gefunden.

Quelle: Altwienerisches. Bilder und Charakterzüge.
Von Emil Karl Blümml und Gustav Gugitz, 1921.
Zusammenfassung: eigene Feder.

Die Stadt Wien darf sich rühmen, eine der ersten Städte Europas zu sein, in der Luftschifffahrts- Experimente durchgeführt wurden.
Nach der ersten bemannten Ballonfahrt (am 5. Juni 1783) wagte sich Alois Widmannstädter an erste Versuche heran.
Am Mittwoch den 14.Jänner 1784 gab es im >Dammischen< Garten zu Wieden erste Versuche mit einer mit brennbarer Luft gefüllten Kugel,
welche einen Durchmesser von 232 Zoll hatte. Man ließ den Ballon an einer Schnur auf eine Höhe von 109 Klafter steigen.
Am 17. Jänner gab es einen weiteren versuch, diesmal erhob sich der Ballon auf eine Höhe von über 200 Klafter.

Die >Luftkugel< war also schnell in Mode gekommen.
Es gab Geschäfte >Zur Luftkugel<, der Kasperl im >Pratter< riss seine Possen, man führte im Theater >Luft und Trauerspiele< auf, usf.
Noch im selben Jahr konnte man bei Frau Celli auf der Stubenbastei (selbst erzeugte) >Aerostatische Luftkugeln<, das Stück zu 1 Gulden, kaufen.

Zu den wirklichen und frühen Pionieren darf man den Wiener Feuerwerker I.G. Stuwer zählen.
Er ließ ein mit 4 Mann besetztes hölzernes Luftschiff, welches die Maße l x b x h = 39 x 13 x 18 Schuh hatte, aufsteigen.
Es hatte eine Zigarren ähnliche Form, war 3000 Pfund schwer und konnte 4 Mann Besatzung mit sich führen.
Dies geschah am 6. Juli und 26. Juli.
Beim 3ten Versuch am 25. Aug. 1785 geschah jedenfalls ein unbeabsichtigtes Missgeschick. Das Seil an dem das Luftschiff hing riss...und die Besatzung erhob sich rasch ins ungewisse.
3 Pöllerschüsse gaben jedoch alsbald den Befehl die Kohlefeuer auszumachen und das Gefährt landete halb im Wasser, halb am Ufer des Tabor Donau-Armes.
Dies war für die Zuseher ein aufregendes Spektakel, und die Mannschaft ein glimpfliches Ausgehen des Abenteuers.

Ernsthafte Experimente blieben dann aber aus und man beschäftigte sich nur noch mit Spielerein
wie: großen mit Gas gefüllten Figuren aus (Goldschlägerleinwand?) welche ein bestimmtes Motiv darstellten,
so auch Formationen wie Jagdszenen mit 1 Hirschen, Treibhunden und einem großen Reiter.
Einmal landete so eine Figur in Aspern (man konnte noch rechtzeitig verhindern, das drn diesem seltsamen Ding den garaus machten)und einmal sogar in Mannhartsbrunn.

Joseph der II. liess eines Tages den Franzosen Blanchard nach Wien einladen.
Dieser kam am 31.Oktober 1790 in Prag aufsteigend, alsbald in Wien an.
Er liess seinen Ballon in der Mehlgrube ausstellen und verlangte sogar von jedem Besucher 10 Kreuzer nur fürs anschauen.

Am 9. März 1791 sollte Blanchard das erste mal aufsteigen.
Die Leinwand bekam aber Löcher, so groß das man >mit einem Stiefel und den Sporen dran, reinsteigen konnte<.
Und so passierte es, daß er mitsamt seiner schönen Frau vor versammelter höfischer Gesellschaft kaum abgehoben, abstürzte.
Am 29. Mai gab es einen weiteren erfolglosen Versuch. Da geschah es aber, das sich der Pöbel sich so sehr aufregte, dass die Polizei Blanchard ein paar Tage in Sicherheits-Verwahrung nehmen musste, ehe die Zuseher in lynchen konnten.

Am 6. Juli Mittags um 12 h war es dann endlich so weit. Erzherzog Franz höchstpersönlich schnitt das letzte Band durch und der Ballon erhob sich gleich in eine stattliche Höhe von 2400 Klafter.
Bei dieser gelegenheit schrieb er auf einen Zettel seine Glücksgefühle nieder,> ...Wien als Miniaturgemälde betrachten zu können, so nah dem Schöpfer zu sein.....< und warf den Zettel aus dem Ballon. Der Nebel in den dichten Wolken benässte die Hülle und Blanchard der gerade nicht bei bester Gesundheit war dachte bald ans wieder runter sinken.
Er ließ den Ballon nach genau 1 Stunde Fahrt bei dem Städtchen Gr. Enzersdorf landen. Empfangen vom Stadtrichter und dem Herrn Pfarrer lud man Mons. Blanchard zu einem Festessen und übergab ihm ganz spontan das Bürgerdiplom zu Gr. Enzersdorf.

Diese 38.Luftreise Blanchards war also die erste freie, bemannte Luftfahrt von Wien bis jenseits der Donau.
Ein weiterer Besuch in Gr. Enzersdorf und Ballonfahrten folgten (Sogar Experimente mit einem Fallschirm?)

Die Französische Revolution bracht bald alles französische in Misskredit, und man hatte bald andere Sorgen .....als Lufballons.

Warum erzähl ich euch das?

...ist es also möglich, daß der eine oder andere von uns schon mal einen Ballon gesehen hat und etwas darüber zu berichten weiß.
Schliesslich waren bei diesen Vorführungen im >Wiener Pratter< und auf >Der Wieden<
bis zu 15000 Zuschauer anwesend.


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event-grenadier
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BeitragVerfasst am: 19.02.2007, 12:51    Titel: heiiiiiii Antworten mit Zitat

.........ist ja super interessant !!!!!

hoffentlich liest das unser robert nicht, sonst macht er neben franzosen und regiments-chirurg auch noch luftschiffadmiral Sehr glücklich
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regiments-tambour
Corporal



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BeitragVerfasst am: 19.02.2007, 14:49    Titel: Luftschiff Antworten mit Zitat

naja, mittlerweile haben wir ja viel taktisches dazugelernt.

Schliesslich waren wir ja schon in Würzburg erfolgreich, und haben einen Ballon runtergeholt...

übrigens, Gedanken zum Luftkrieg gab es von Anfang an.
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objektiv
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BeitragVerfasst am: 26.02.2007, 01:53    Titel: Antworten mit Zitat

Lieber Reinhard
Cooler Beitrag über die Luftpioniere aus vergangener Zeit! Wie du sicherlich schon weist, sind die Drachen oder Kite derzeit meine große Leidenschaft. Es spricht natürlich für sich selbst das ich mich dadurch mehr und mehr mit der Luftbildfotografie auseinandersetze! Das dies natürlich in Verbindung mit unserer napoleonischen Epoche geschieht versteht sich natürlich auch von selbst!

Wie ihr sicherlich alle wisst, befindet sich auf halben Weg zwischen Deutsch- Wagram und Raasdorf auf einer kleinen Bodenerhebung der Napoleon-Gedenkstein. In dem heutigen, sogenanten Napoleon- Wald soll im Jahr 1809 das kaiserliche Hauptquartier Napoleons gewesen sein. Da ich Wolfgang für die Vorbereitungsarbeiten für das große Ereigniss im Jahre 2009 natürlich unterstütze, suche ich alle diese Orte auf. Und das ist wiederum Grund genug mit einem meiner Kite einige Luftbilder zu machen!

















Ist natürlich eine coole Sache so ein Vogel- Perspektivenbeobachter!
Wenn jemand möchte so kann er auch gerne x mit mir mitgehen!

Robert www.bouchal.com
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Besuche meine Homepage: www.bouchal.com
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