k.k. Infanterieregiment Nr. 3 "Erzherzog Carl" - 1. Grenadier Compagnie



 

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200 Jahre Schlacht bei Znaim



 
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Gerald A. Karnolz
Tambour



Geschlecht: Geschlecht:männlich
Anmeldungsdatum: 08.09.2007
Beiträge: 136

BeitragVerfasst am: 12.07.2009, 22:44    Titel: 200 Jahre Schlacht bei Znaim Antworten mit Zitat

Soeben vom Schlachtfeld zurückgekehrt und noch immer unter dem Eindruck des Erlebten stehend, ist es mir ein außerordentliches Bedürfnis von meinen Eindrücken zu berichten. Nicht von den zwei Tagen erbitterter Kämpfe - darüber wird unser Andreas noch ausführlich berichten - sondern über die Kameradschaft, die wir dort erfahren durften.

Nachdem die meisten unseres Regiments für dieses Wochenende verhindert waren, sind Andreas und ich alleine zu den Fahnen geeilt und haben uns unseren Freunden des Infanterieregiments "Kaunitz-Rietberg" im Feldlager vor Znaim angeschlossen.

Die 2 Schlachttage fanden auf historischem Boden statt und die Abfolge war den Ereignissen von damals auf das Beste nachempfunden. Hervorzuheben wäre dabei das Rückzugsgefecht mit Häuser- und Waldkampf entlang der Thaya, das für mich zu den schönsten bisherigen Erlebnissen zählt.

Seltsam war nur, dass bei den ca. 100 Mannen auf österreichischer Seite und ca. 250 auf französischer Seite, sich nur 2 Leute aus Österreich und 1 Mann (Franzosendarsteller) aus Deutschland befanden.

Das schönste dieser Tage aber war die Herzlichkeit und Freundschaft, die uns von unseren Freunden vom IR20 entgegen gebracht wurde.
Wir wurden sofort mit offenen Armen aufgenommen und in den Zug von Corp. Miro Harencik eingegliedert.



Dieser kümmerte sich in rührender Weise - so wie auch Hptm. Partyka - um unser Wohlergehen.

Sowohl während der Schlacht, als auch während des Lagerlebens. Immer war Abwechslung gegeben und Leerläufe gab es praktisch keine.

Die 20 Jahre, in denen die beiden bei unserem Hobby sind, ist in allem spürbar. Die Kommandos und Abläufe während der Kämpfe sind auf das beste abgestimmt und eingespielt. Neben uns waren auch noch ca. 8 Mann vom IR1 "Kaiser" im Grenadierblock zusammengefasst, so dass ich das schöne Bild von mehr als 30 Grenadieren unter 4 Corporälen ergab.



Und dieser zusammengewürfelte Block lief wie ein Uhrwerk. Die reine Freude da mitgemacht zu haben. Natürlich wurde anschließend beim Bier nicht mit gegenseitigen Komplimenten gespart und die Freundschaft zwischen unseren beiden Regimentern weiter vertieft.

Außerdem erhielten wir diese Schlachten-Erinnerungsmedaille, die leider nur Andreas uns ich als einzige vom Regiment tragen können, da wir an allen 3 erwähnten Schlachten teilgenommen haben. Gegen Napoleon war Znaim übrigens die letzte verlorene Schlacht für Österreich, innerhalb der alten Reichsgrenzen. Und wir hatten das Glück, beim 200 jährigen Jubiläum mitzuwirken:





Den würdigen Abschluß bildete übrigens eine Denkmalenthüllung für 20 gefallene Österreicher, Franzosen und Bayern, die in einem gemeinsamen Massengrab an einer Straßenkreuzung Ihre letzte Ruhe fanden. Ehre Ihrem Andenken!:





Ein Reenactment-Wochenende wie es schöner kaum sein könnte.
Aber mehr davon im Bericht von Andreas, auf den ich mich schon freue!
Könnte ich jemanden zur Beförderung zum Greanadier vorschlagen, so würde ich es nach diesem Wochenende tun! Danke Andreas!
_________________
"Wir müssen den Feind schlagen oder uns alle vor seinen Batterien begraben lassen!" (Friedrich der Große)


Zuletzt bearbeitet von Gerald A. Karnolz am 13.07.2009, 19:21, insgesamt 2-mal bearbeitet
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Andreas_P
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Anmeldungsdatum: 06.09.2007
Beiträge: 278
Wohnort: Hinterbrühl

BeitragVerfasst am: 13.07.2009, 00:04    Titel: Antworten mit Zitat

Schlacht von Znaim:

...Ach wie gerne hätt ich doch den Frieden....seit unserem Abmarsch nach Bayern ist alles fürchterlich schief gegangen...Das Regiment tat das best Mögliche um die Franzosen daran zu hindern unser Vaterland zu entweihen doch es war nicht genug. Nachdem wir uns von Eggmühl über die Schallaburg bis nach Aspern durchgekämpft haben, wurde das Regiment in Wagram vernichtend geschlagen.... Die verbleibenden Seelen des IR3 wurden nach dieser bitteren Niederlage zum IR20 Kaunitz transferiert welche durch den andauernden Kampf ebenfalls geschwächt waren....Fortan waren wir nur noch dabei unsere Häupter zu retten und so zogen wir uns nordwärts richtung Znaim zurück...die Franzosen immer dicht auf den Fersen...

Als wir die schöne Stadt Znaim erreichten wussten wir das irgendetwas im Busch war...überall ritten Melder umher und es wurde befohlen immer wachsam zu bleiben. Das Regiment wurde auf eine Höhe über Dobrisce beordert wo wir eine Zeit lang verweilten....Dann wurde es ernst...Tief in meinen Gedanken dachte ich mir "Nicht schon wieder..." Obwohl ich immer Kaisertreu war zerrten die andauernden Kämpfe an meinen Nerven...ebenso an denen der anderen...
Plötzlich sahen wir Rauch aus den Dörfern aufsteigen und uns liefen Blutverschmierte russische Einheiten entgegen immer wieder "Franzusky" rufend.....Der Hauptmann trat vor die Einheit um uns wieder ein bisschen Mut zu machen und uns aufzubauen....Dann kam der Ladebefehl...Die blauen Angriffskolonnen kamen näher....dann, auf 100 Schritt Entfernung, eröffneten wir das Feuer.

Die Angreifer taten das gleiche...


links und rechts fielen Kameraden, verwundet oder sofort tot, auf den Boden. Das Geschrei, der Rauch, das Blut...alles nichts Neues und doch hatte ich goße Angst der nächste zu sein...
Der Kampf dauerte bis in die Abendstunden an bis wir dann abkommandiert wurden und uns in der kleinen Ortschaft Dobrisce niederliesen. erschöpft und ausgelaugt sanken wir zu Boden und sogleich in den Schlaf welcher ,wie üblich, bei weitem nicht ausreichte. Am nächsten Tag ertönte das Wachsignal schon sehr früh und wir marschierten weiter...

Anscheinend hatten die Franzosen weitere zahlreiche Truppen heranfouragiert....War die schlacht am ersten Tag noch ausgeglichen, hatten wir es jetzt mit einer 3 fachen Übermacht zu tun. Gedeckt von einem Jägerbattalion marschierten wir in die nächste Ortschaft. dann eröffneten diese plötlich das Feuer....die Franzosen waren uns wieder einen Schritt voraus...Sie versuchten uns in den Seitenstraßen aufzulauern....


Im Deckungsfeuer der Jäger marschierten wir an den Straßen vorbei um den Angreifern in der nächsten Straße in einen Hinterhalt zu locken. Wärend die Jägereinheiten die Blauröcke weiter beschäftigten luden wir die Musketen und begaben uns in unsere Positionen. Die Jäger wichen und wir legten in den engen Straßen an....Plötzlich bemerkten wir das die Franzosen eine Kanone in der engen Straße positioniert hatten..

...es war zu spät um in Deckung zu gehen...Als sie schoss riss es ein paar Männer zu meiner rechten weg und mein Nebenmann wurde von einem abgebrochenen Gewehrkolben tödlich am Hals verletzt...es war ein Alptraum...wie aufgefächert lagen sie da....die Körper total verstümmelt und blutend....
Doch das musste man ausblenden....Wir legten weiter an , feuerten und schalteten einen großteil der feindlich Kanonenbesatzung aus...Doch dem anhaltenden Musketenfeuer konnten wir nicht standhalten....wieder riss es einen Kameraden neben mir zu Boden...schreiend vor Schmerzen.....nur dem Herrgott ist es zu verdanken das ich bis dato verschont geblieben bin...Wir zogen und also zurück ...

....doch die Franzosen wollten nicht von uns ablassen....schnell stellten sie uns wieder an einer Brücke über dem Fluss....es ging alles sehr schnell....wir feuerten eine Salve ab und rannten schnell über die Brücke.....
Hinter der Brücke war ein kleiner Weg...davon links befand sich ein kleiner Bauernhof und rechts davon hohes Graß...Unsere russischen Verbündeten bereiteten einen Hinterhalt gegen die anrückenden vor...Sie versteckten sich kniend im hohen Gestrüb...

Als die Franzosen und Bayern den Fluss überquerten sprangen die Verbündeten schreiend auf und schossen den aufmarschierenden Franzosen in die Flanke....schnell sanken einige von ihnen zu Boden....Daraufhin liefen die Russen hinter unsere Linie um sich neu zu formieren....Wir luden ,schossen und zogen uns weiter zurück bis wir am Ufer der thaya angekommen waren....Die´Einheit war schon fast in auflösung begriffen und beim Rückzug der Thaya entlang kam es immer wieder zu kleineren Gefechten mit französischen Volteguieren....
Schließlich sammelten wir uns an der Brücke über den Fluss um den restlichen Kompanien den Rückzug zu sichern....Alle in der Einheit waren schon hungrig, müde und erschöpft....lange konnten wi den Franzosen nicht mehr standhalten.
Wir bekamen unterstützung von einer russichern Batteie welche uns sehr dabei half die Angreifer noch eine Weile in Schach zu halten...

Doch als die letzten unserer Einheiten den Fluss bzw. die Brücke passiert hatten flohen wir in heilloser Panik und ließen die Kanonen und einen Großteil unserer Ausrüstung zurück....
Die Schlacht war vorbei und die Franzosen triumphierten abermals...

....entgültig so wie es schien denn laut Gerüchten hatten Napoleon und Kaiser Franz einen Waffenstillstand geschlossen...fragt sich nur für wie lange...
Außerdem ist davon die Rede, dass wir ein Kontingent an Napoleon für seine weiteren Pläne abstellen müssen...Ich hoffe nur das ich nicht darunter bin...Gott weis das ich genug Tod und Leid miterlebt habe....Viel zu viel für einen jungen Burschen wie mich....
Ich hoffe außerdem, dass der Frieden nun ewig währt, denn von Krieg habe ich nun genug gesehen....
Vielleicht komme ich schon bald wieder nachhause zu meinen Lieben...ich hoffe es so sehr.....


LG Andreas


Zuletzt bearbeitet von Andreas_P am 14.07.2009, 16:52, insgesamt 2-mal bearbeitet
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BeitragVerfasst am: 13.07.2009, 23:21    Titel: Bericht von Znaim Antworten mit Zitat

Andi, mit dem Bericht hast Dich selbst übertroffen !

Wenn man Dich nicht kennen würde, könnte man meinen Du wärst entweder selbst dabeigewesen (1809 versteht sich)
oder Du hast das ganze abgeschrieben.

Zeilenweise war ich so vertieft, daß ich die - Eure - Bilder vor Augen hatte.

Ich bin stolz auf Dich und unterstütze Geralds Antrag voll und ganz !!!

lg
Wolfgang
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Gerald A. Karnolz
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BeitragVerfasst am: 16.07.2009, 09:17    Titel: 1. Tag - Offene Feldschlacht Antworten mit Zitat

Hier noch Bilder vom 1. Schlachttag. Die beeindruckende Front unseres Grenadierblocks, dem Stolz der k.k.-Armee:



Die französische Artillerie fiel unserem Angriff zuerst zum Opfer:



Daraufhin ging es nach einer Salve im Dublierschritt gegen die die Kanone deckende französische Linieninfantrie,



die beeindruckt vom beherzten Angriff des Hauptmann Partyka den geordneten Rückzug antrat:



Nach geschlagenem 1. Schlachttag vielen unsere Tambouren ob ihrer Jugend und der Anstrengungen in den verdienten Schlaf:


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Andreas_P
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BeitragVerfasst am: 16.07.2009, 23:33    Titel: Antworten mit Zitat

Hier ein paar Aufnahmen der Schlachten ....#5 ist der 2te Tag
Viel spaß

1 http://www.youtube.com/watch?v=nl9Is83hZX0
2 http://www.youtube.com/watch?v=hOPfzBv6glo
3 http://www.youtube.com/watch?v=j4jzYF46dVA
4 http://www.youtube.com/watch?v=uyTE_5c8Ey0
5 http://www.youtube.com/watch?v=qWTTNI2ChIY
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