k.k. Infanterieregiment Nr. 3 "Erzherzog Carl" - 1. Grenadier Compagnie



 

 FAQFAQ   SuchenSuchen   MitgliederlisteMitgliederliste   BenutzergruppenBenutzergruppen   RegistrierenRegistrieren 
 ProfilProfil   Einloggen, um private Nachrichten zu lesenEinloggen, um private Nachrichten zu lesen   LoginLogin 

Woher kommen wir... (die Soldaten vom IR3)



 
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    k.k. Infanterieregiment Nr. 3 "Erzherzog Carl" - 1. Grenadier Compagnie Foren-Übersicht -> Historisches
Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
regiments-tambour
Corporal



Geschlecht: Geschlecht:männlich
Anmeldungsdatum: 04.12.2006
Beiträge: 352
Wohnort: Wien

BeitragVerfasst am: 25.09.2008, 15:35    Titel: Woher kommen wir... (die Soldaten vom IR3) Antworten mit Zitat

...die Soldaten vom IR3?

Der Grossteil der Österreichischen Armee wurde in Böhmen rekrutiert.
Freilich viele auch aus dem innerösterreichischen Raum.

Die Werbezirke des IR3 lagen allerdings in Galizien.
95 % der Rekruten kommen aus der Gegend der heutigen Ukraine.

Ist nicht repräsentativ für die ganze Napoleonische Epoche.
Aber Musterlisten von 1804, Standeslisten und Transferierungslisten 1809.


dem damaligen Galizien:
http://de.wikipedia.org/wiki/Galizien

Warum die meisten Namen der Männer sehr Deutsch klingen, erklärt sich somit:
http://www.auswanderermuseum.de/deutsch/inhalt_02_003_001.htm

So kann man sich vielleicht ein besseres Bild einer Kompanie des IR3 machen.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
regiments-tambour
Corporal



Geschlecht: Geschlecht:männlich
Anmeldungsdatum: 04.12.2006
Beiträge: 352
Wohnort: Wien

BeitragVerfasst am: 19.05.2010, 15:44    Titel: Antworten mit Zitat

Als Galizien zu Österreich kam

Teil 2. Woher wir kommen, wer wir sind.

Kurze Beschreibung Galiziens, welches nach den Bürgerkriegen, der ersten Teilung Polens, im Jahre 1772 Russland, Preussen...Österreich zugesprochen und in der Folge durch Deutschsprachige, also (West)-Europäische Siedler kolonialisiert wurde.
Man lockte mit Grundstücken und vielerlei Versprechungen. Kolonialisten mussten ausserdem 10 Jahre lang keine Steuern zahlen.

Die Bevölkerung vor der Kolonialisierung
Bei den ersten Volkszählungen zählte man in G. ca. 2,6 Millionen Menschen.Davon waren 1,8 Mill. russischstämmig.
200 Tausend gehörten der jüdischen Gemeinschaft, die meisten der gläubigen griechisch-katholischen Kirche an.

Das Soziale Umfeld, die Wohnverhältnisse
Die Bauern lebten in einfachen Stroh und Schilfhütten ( den so genannten Chaluppen), Lehmhütten waren sehr selten anzufinden.
Holzhäuser konnte man eher in Städten vorfinden. Die Ausnahme in den Dörfern bildeten die Kirchen, sie waren ausnahmslos aus Holz gefertigt. Die Siedler waren allerdings sehr weit verstreut. So manches Dorf war so klein, so erzählte man sich, dass, wenn ein Bauer mit seinem Karren kommt, der vordere Teil der Deichsel schon wieder draussen ist, der hintere aber gerade erst ins Dorf reinfährt.

Pro Haushalt lebten durchschnittlich 5 Menschen zusammen. Die offene Feuerstelle war in der Mitte des Hauses angebracht, der Rauchabzug erfolgte durch das oben offene Dach.
So kam es nicht selten zu Bränden. Auf Grund schlechter Organisation und mangelndem Gerät, raffte so manches Feuer ein ganzes Dorf dahin.
Für das spärliche Vieh gab es keine eigenen Ställe. Im Winter und bei schlechtem Wetter lebte man mit den Tieren unter einem Dach.
Die Straßen waren ungepflastert und stets kotig, auch im Sommer!

Die Wirtschaft, Gewinnung der Rohstoffe
Die Verkehrswege waren schlecht. Der Im- und Export war mühsam und mit weiten Wegen verbunden. Der Handel beschränkte sich auf das ehemalige Polen.
Es gab so gut wie keine Professionisten. Einfache Alltagsgüter waren auch in Städten purer Luxus, weil schwer zu finden. Reisende berichteten, dass sie in so manch größeren Städten keine einzige Kerze fanden.
Man lebte von der Hand in den Mund. Die einfachen Lehenbauern hatten gerade genug zu leben. Nicht nur, dass sie den Steuern genauso ausgesetzt waren wie Bürger, so auch der Willkür ihres Herren.
Ein Tag in der Woche galt der >Robot<, also für seine Obrigkeit arbeiten. Sie führten, man kann es so sagen, ein Sklavenleben. Rohe Gewalt war an der Tagesordnung.
Sie waren Leibeigene der Großbauern. Ja, es wurde mit den Untertanen auch ein lebhafter Handel getrieben. Man erzählte sich, dass ein junger Bursche seine zukünftige Braut für 7 Rubel von einem Herren freikaufen musste.

Der Großteil der Bauern baute Getreide an. Die Bewirtschaftung der Felder war sehr mühsam. Die Pflugscharen waren klein, von einem schwachen Gaul gezogen, die Eggen waren oftmals einfache Bretter mit Nägeln durchschlagen. Obstbäume und vielerlei Gemüse fanden erst später mit den deutschen Siedlern einen Keimboden. Aufgrund des Getreideüberschusses wurde sehr viel Schnaps und Branntwein gebrannt. Das meiste wurde exportiert, Fässer waren einfacher zu transportieren als viele Ballen Heu. Das meiste der Spiritousen wurde aber selbst konsumiert, nämlich pro Familie an die 50 Liter im Jahr.
Übrigens stellte man bei einer Zählung fest, dass von hundert Männern, an die siebzig im Ausschank tätig waren. Die Gastwirtschaften wurden von den Gutsherren verwaltet.
Man versuchte auch Händler aus dem Ausland anzusiedeln, mit mäßigem Erfolg. Das Geschäft war nicht das beste. Es war allerdings insgesamt eine Vorbildwirkung und Motivation, selbstständig zu sein.
Ein großer Bestandteil des späteren Exports waren Hanf und Flachs. Der Beruf des Leinenwebers wurde nun auch ausgeübt. Mit der aufkommenden Viehzucht wurde auch Leder, vornehmlich an die k.k. Militärs, geliefert.
Die Gewinnung von Erzen war wenig ertragreich, das Gestein war schlecht.
Man kannte zwar schon Erdölfelder, aber dieses Produkt diente vorerst der Wagenschmiere und zur Herstellung von Schuhwichse.
Salz wurde aus Quellen gewonnen, es blieb aber wenig ertragreich und sehr teuer.
Die Bienenzucht war sehr beliebt. Der polnische Honig wurde schon seit jeher geschätzt. Der daraus gewonnene Met war >das< Nationalgetränk.
Bier wurde zwar gebraut, es schmeckte aber nicht, bis auf wenige regionale Ausnahmen.

Politik
Das Wahlrecht bestand für jeden. Ausser für weibliche Geschlechter, sie hatten nichts zu sagen.
Jedoch sagt ein altes polnisches Sprichwort: >Die Frauen politisieren, während die Männer saufen<.

Das Militär
Wie wir bereits wissen, wurden viele kaiserliche Soldaten in Böhmen, Mähren, Ungarn, Polen, und eben Galizien, angeworben..
Man liest, dass eines Kolonialisten ältester Sohn nicht zum Militär musste, ein andermal, dass keiner seine Söhne einrücken musste...
Blieb dieses Gesetz aufrecht? Dies lässt sich vielleicht im Teil 3 klären....Galizien um 1800.


Quelle:
AutorIn: Braver, A ..... -J ..... Titel: Galizien wie es an Oesterreich kam.
Eine historisch-statistische Studie über die inneren Verhältnisse des Landes im Jahre 1772.
Ort: Leipzig. Verleger/Drucker G. Freytag
Jahr 1910.
Signatur: 468646-B. Neu Mag, Nationalbibliothek.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    k.k. Infanterieregiment Nr. 3 "Erzherzog Carl" - 1. Grenadier Compagnie Foren-Übersicht -> Historisches Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Seite 1 von 1

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.

Ähnliche Beiträge
Thema Autor Forum Antworten Verfasst am
Keine neuen Beiträge Kleinigkeiten des Soldaten und das Pa... regiments-tambour Historisches 32 07.05.2007, 21:34

Tags
Wikipedia, Österreich



Powered by phpBB 2.0.23 © 2001, 2002 phpBB Group

BBoard.de bietet Ihnen ein Kostenloses Forum mit zahlreichen tollen Features

Impressum | Datenschutz